Allgemeine Informationen

Wer sich noch nicht mit der Thematik mobiler Endgeräte oder Betriebssysteme befaßt hat, findet hier grundlegende Informationen und Antworten auf viele Fragen. In diesem Bereich behandeln wir die Unterschiede der mobilen Betriebssysteme, ob und wie blinde Menschen mit reinen Touch Screen Geräten zurecht kommen und gehen auf die jeweiligen Vor- und Nachteile ein.

Das mobile Telefonieren und Kommunizieren ist in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Verständlich, dass auch behinderte Menschen an diesem mobilen Alltag teilhaben möchten. Besonders Smartphones sind aufgrund der Erweiterbarkeit durch spezielle Software seit Jahren für blinde und sehbehinderte Menschen interessant, da Mittels Bildschirmleser und -Vergrößerung die Zugänglichkeit möglich wird. So kann der Bildschirminhalt eines Smartphones mit gut verständlicher Sprache vorgelesen oder vergrößert werden.

Während sich blinde und sehbehinderte Menschen eher seltener in Diskotheken oder Bars aufhalten, um Bekanntschaften zu knüpfen, nutzen sie häufig z.B. Telefonkonferenzsysteme, Internet-Plattformen oder tauschen sich mit Hilfe akustischer Medien, wie Cassetten oder CDs aus. Als das Handy seinen Siegeszug Ende der 90er endgültig angetreten hat, sahen viele blinde und sehbehinderte Menschen davon eher ab. Grund waren nicht nur die damals recht hohen Kosten, sondern auch die Unmöglichkeit, die immer populärer gewordenen Kurzmitteilungen zu verwenden. Anders wurde dies, als die Smartphones, damals noch recht teuer, mit spezieller Software zum Sprechen gebracht wurden. Heute rangieren sie in einem Preisbereich, der für eine Vielzahl von Anwendern interessant genug ist, um sich ein sprechendes Handy zuzulegen.

Die Geräte
Smartphone oder Handy? - Die Begriffe verwirren vielleicht ein Wenig, auch wen die Grenzen nahezu verschwimmen. Der Hauptunterschied zwischen einem Handy und Smartphone besteht nicht im Funktionsumfang, sondern im verwendeten Betriebssystem. Handys verfügen über eine Software, die weder vom Nutzer verändert, noch erweitert werden kann. Smartphones hingegen sind von der Struktur sehr offen, können vom Anwender meist tiefgreifend verändert werden und weitere Anwendungen, wie Bildschirmleseprogramme, lassen sich nachinstallieren. Aufwendige Entwicklungsumgebungen ermöglichen es Entwicklern, weitere Anwendungen zu programmieren, die häufig über zentrale "Marktplätze" angeboten werden. Es gibt unterschiedliche Plattformen, die ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen, hierauf gehen wir unter dem Punkt "Mobile Betriebssysteme" näher ein. Äußerlich erkennt man nicht unbedingt, ob es sich um ein Handy oder Smartphone handelt, so gibt es beispielsweise auch Smartphones mit einer gewöhnlichen Handytastatur oder Handys, die über ein berührungsempfindliches Display verfügen. Bildschirmleser und andere Programme sind daher ausschließlich nur auf geeigneten Smartphones nutzbar.

Die Formfaktoren
Unter dem Formfaktor versteht man den Aufbau des Gerätes, beispielsweise mit Tastatur, zum Aufschieben oder ähnliches. Grundsätzlich gibt es folgende Bauarten:

  • Barren  mit Wähltasten. Barren bedeutet, nicht zum schieben oder klappen, in diesem Fall mit gewöhnlicher Handytastatur.
  • Barren mit QWERTZ-Tastatur. Diese Geräte sind breiter, als gewöhnliche Handys. Das Display ist quer eingesetzt, darunter befindet sich eine vollständige Schreibtastatur mit Sondertasten. Zwar sind die Tastaturen vergleichsweise klein, jedoch sorgen die Hersteller fast immer für ein gutes Schreibgefühl.
  • Barren mit Touch Screen. Diese Geräte haben wenige bis gar keine Tasten, manchmal Tasten zur Navigation oder zum Annehmen und Auflegen von Gesprächen. Sie sind nicht größer als Barren mit Wähltasten, haben aber aufgrund fehlender Wähltastatur ein größeres Display. Geschrieben wird auf virtuellen Tastaturen, die eingeblendet werden, wenn ein Textfeld erscheint.
  • Slider mit Wähltasten. Diese Geräte sind oft etwas kürzer als herkömmliche Barren-Geräte mit Wähltasten, bieten aber ein größeres Display. Die Wähltastatur lässt sich nach Unten hin aufschieben. Hierdurch wird erreicht, dass Trotz normaler Tasten ein großes Display verbaut werden kann, ohne die Gesamtgröße zu erhöhen.
  • Slider mit QWERTZ-Tastatur. Hält man die Geräte hochkant, kann eine Tastatur zur linken Quwerseite aufgeschoben werden. Um zu schreiben, muss das Gerät also quwer gehalten werden. Diese Handys können je nach Bauart auch größer sein, als herkömmliche Geräte. Einige bieten zu der QWERTZ-Tastatur auch eine Zifferntastatur, die sich im eingeschobenen Zustand unter dem Display befindet, andere setzen auf Touch Screens. Wenn das Display groß genug ist, können sie sogar als guter Organizer oder "Mini-Schreibmaschine" verwendet werden. Die Tastaturen sind bei vielen Geräten ausreichend groß, so dass sie sicher bedient werden können.

Andere Bauarten, wie Klapphandys, finden sich heute gar nicht mehr am Markt, da die Slider-Technik die beste Flexibilität bietet und ein Zweit-Display überflüssig macht. Welche Bauart für Sie die günstigste ist, müssen Sie anhand Ihrer Ansprüche herausfinden. Grundsätzlich sind Wähltasten immer am Besten und so lange es noch Smartphones im Handy-Format gibt, sind diese unserer Meinung nach vorzuziehen. Wenn Sie viel schreiben, könnten auch Geräte mit vollwertiger Tastatur interessant sein, da diese für die Texteingabe am Besten geeignet sind und dies auch der schnellste Weg ist, Texte einzugeben. Wem die Schreibtasten nicht reichen, findet auf dem Zubehörmarkt eine Vielzahl externer, drahtloser Tastaturen, die sich an fast jedes Gerät anschließen lassen. Mit dem BraillePen und der BC-640 Braillezeile bieten wir auch GEräte an, die über eine Punktschrift-Eingabemöglichkeit verfügen, der Text ist bei vielen Geräten auch über die Braillezeile lesbar.